Verdünnungsrechner, Rezepte und Werkzeuge

Alkoholometer

Auch: Alkoholspindel, Aräometer, Alkoholmesser

Ein unten beschwerter Glasschwimmer. Je leichter die Flüssigkeit, desto tiefer sinkt er, und da Ethanol leichter ist als Wasser, verrät die Eintauchtiefe den Alkoholgehalt. Die Skala rechnet das in Prozent um, sodass die Anwendung auf Hineinstellen und Ablesen hinausläuft.

So die Theorie. In der Praxis gibt es zwei Bedingungen, und beide werden gebrochen.

Temperatur

Das Gerät ist auf eine Temperatur geeicht, fast immer 20°C. Eine wärmere Flüssigkeit zeigt zu wenig an, eine kältere zu viel. Ein paar Grad sind bereits ein paar Zehntel Prozent — also entweder die Probe auf zwanzig Grad bringen oder zur Korrekturtabelle greifen.

Zucker verdirbt alles

Ein Alkoholometer misst keinen Alkohol. Es misst Dichte, und die Skala unterstellt stillschweigend, die Flüssigkeit enthalte nichts als Ethanol und Wasser. Zucker erhöht die Dichte, also wirkt ein Likör schwächer, als er ist — bei einem süßen geht der Fehler über zehn Prozent hinaus. Fruchtauszüge, Farbstoffe und gelöstes Kohlendioxid im jungen Cidre tun dasselbe.

Der Schluss daraus ist unbequem, aber einfach: einen fertigen Likör kann man nicht messen. Die Stärke wird beim Mischen von Spiritus und Wasser festgelegt, bevor der Zucker dazukommt, und das ist die Zahl, die ins Rezept gehört.

Noch eines für den Kauf: kein einzelnes Gerät deckt die ganze Skala brauchbar ab. Kaufen Sie den Satz — 0–40, 40–70 und 70–100%. Ein „universelles" 0–100% hat eine so gedrängte Skala, dass das Ablesen auf ein Prozent genau Ratensache ist.